Die Baronessa und die Brissago-Inseln: eine Liebeschichte

Antoinette de Saint Léger


Der Botanische Garten auf der San Pancrazio Insel ist ihr zu verdanken, Antoinette de Saint Léger, am 20. Juni 1856 als Tochter der Wilhelmine Bayer und (wahrscheinlich) des Zaren Alessandro II. in Russland geboren. Sie heiratet zweimal, bevor sie 1881 die Ehe mit Richard Fleming, einem wohlhabenden anglo-irischen Offizier, der ihr Leben prägen wird, eingeht. Das junge Paar erwirbt am 7. Juli 1885, dank des beträchtlichen Erbes eines Onkels von Fleming, von dem er auch den Titel Graf von Doneraile und Baron von Saint Léger hat, die damaligen Kanincheninseln, die vor Jahren verlassen und mit sporadischer Vegetation und den Überresten eines alten Klosters bedeckt sind.

Das Ehepaar renoviert das Kloster und widmet sich der Umwandlung der Isola Grande in einen Park, womit der Grundstein für den heutigen Botanischen Garten gelegt wird. Dank des einmalig milden Klimas auf den Brissago-Inseln, sind sie Heim vieler seltener subtropischer Pflanzenarten.

1897 verlässt der Baron seine Frau auf den Inseln und zieht nach Neapel, die Baronin mit einem ähnlichen Schicksal wie jenes von Ariadne entscheidet sich, ihr Leben der Botanik und Kultur zu widmen. Ihr Zuhause wird zu einem Zentrum kultureller Aktivitäten mit berühmten Gästen wie Malern, Bildhauern, Musikern und Schriftstellern (es scheint, dass sogar James Joyce dort eine Quelle der Inspiration gefunden hat). Aufgrund schlechter Investitionen muss sie sich jedoch 1927 von den Inseln trennen. Diese werden vom Deutschen Max Emden gekauft.

Sie stirbt 1948 in Intragna, weit weg von ihrem Zuhause und dem geliebten Park, in dem sie ihr spirituelles Erbe gelassen hat und die Atmosphäre der ganzen mediterranen Welt rekonstruieren konnte. Noch immer ruht sie auf der Isola Grande, wo sich ihre Überreste seit 1972 befinden.

 

Wie sich die Brissago-Inseln in den Händen von Max Emden entwickelt haben? Und wie sind sie in den Besitz des Kantons und der Gemeinden Ascona, Brissago und Ronco sopra Ascona gelangt? Die Geschichte geht weiter im Mai-Newsletter!