Der Sacro Monte “Madonna del Sasso” in wenigen Worten

Madonna del Sasso, Locarno

Wer hätte gedacht, dass man die schönste Aussicht auf die Stadt Locarno, den Lago Maggiore und das Delta des Maggia Flusses von einer Terrasse einer Kirche aus hat? Zumindest ohne zuerst lange auf einen hohen Berg zu steigen.

Der Wallfahrtsort Madonna del Sasso, der 1487 vom Franziskanerbruder Frá Bartolomeo gegründet wurde, nachdem ihm 1480 an dieser Stelle am Vorabend von Mariä Himmelfahrt auf wundersame Weise die Muttergottes erschienen war. Bereits im 15. Jh. wurden Änderungen vorgenommen, im Laufe des 17. Jh. jedoch, wurde die bereits vorhandene Struktur erheblich ausgebaut. Der Komplex besteht aus einem Kloster, einer Kirche, Kapellen und einem grossen Kirchplatz mit spektakulärer Aussicht. Zudem findet man im Komplex in einer Nische die Szene des letzten Abendmahles anhand von Terrakotta-Statuen dargestellt. Die prächtige Kirche wird von faszinierenden Fresken und Votivtafeln geziert.

Auch der Weg der auf den heiligen Berg führt, ist bereits ein Erlebnis. Steil führt die Via Crucis (Kreuzweg) unten am Fusse des Berges hoch, an 12 Kreuzwegkapellen vorbei, die den Leidensweg Jesu darstellen. Wer diesen ca. 20-minütigen Aufstieg vermeiden will, kann bequem die Standseilbahn nach Orselina nehmen.

Das Kloster Madonna del Sasso wird übrigens auch heute noch von Kapuziner-Mönchen bewohnt. Dank dem Zusammenschluss mit Italien hat der Orden nicht nur an jungen Brüdern, sondern auch an frischem Leben und Attraktivität gewonnen.

Besonders lohnend ist auch ein Besuch im Museo Casa del Padre, das Ende September 2016 eingeweiht wurde und sich im ältesten Teil des Klosters befindet. Erfahren Sie mehr über das Klosterleben der Kapuzinerpater und Pilgerstätten im Voralpenraum. Zu sehen sind unter anderem auch Paramente, Kultgegenstände, Zeichnungen und Bilder des Tessiner Malers Antonio Ciseri (1821-1891). Täglich geöffnet von April bis Oktober, 9.30-12.30 / 13.00-17.00 Uhr.