Valle Verzasca rauf und runter

Eine 25 km lange Überraschung

Das Verzascatal ist eine 25 km lange Überraschung. Denn, man weiss nie so genau was es hinter der nächsten Kurve zu entdecken gibt. Wir jedenfalls haben uns den Kick als Dessert aufgehoben.


Sonogno – am Ende der Welt

Sonogno, dem hintersten Dorf des Verzascatals und Ausgangspunkt unseres heutigen Abenteuers, fühlt es sich an, als ob man das Ende der Welt erreicht hat. Ein wunderschönes gepflegtes kleines Dorf mit typischen Tessiner Steinhäusern (Rustici) und unwiderstehlichem Charme. Umringt von hohen Gipfeln und von weitem ist der tosende Wasserfall Cascata della Froda zu hören.

Ein kurzer Spaziergang führt uns zu diesem imposanten Naturspektakel. Am Grotto Efra vorbei sieht man zuerst den Wasserfall und die Holzbrücke darunter. Steigt man aber das kurze Stück hinauf kommt eine riesige Wanne zum Vorschein, in die sich der Wasserfall hineinstürzt. Bei Sonnenschein erzeugt das fallende Wasser einen bunten Regenbogen der sich über diese Wanne erstreckt – atemberaubend! Wieso also nicht diesen energiereichen Ort geniessen und sich bei einem Picknick auf der Aussichtsbank ausruhen?

Cascata della Froda, Sonogno

Zurück in Sonogno gehört ein Besuch im ethnografischen Museum, in welchem mehr über die Geschichte und Kultur des Tals zu erfahren ist oder in der Casa della Lana (Haus der Wolle) dazu. Was für ein Glück, bei unserem Besuch war gerade ein Spinnkurs im Gange bei dem wir spannende Einblicke in die traditionelle Herstellung der Wolle erhalten haben.

Vor der Casa della Lana liegen Berge von farbigen Zotteln. Dies ist frisch gefärbte Wolle, die nun an der Sonne trocknet und darauf wartet zu Wolle verarbeitet zu werden. Ein eindrückliches Handwerk das viel Fingerspitzengefühlt verlangt und hier bis heute mit viel Liebe und Passion ausgeführt wird. Die Wolle und daraus entstandene Artikel können im Shop erworben werden.

Wandern, wandern, von einem Ort zum anderen…

Auf dem Sentierone, dem Wanderweg der durch das ganze Tal führt, laufen wir ein Stück der smaragdgrünen Verzasca entlang. Ein einfacher Wanderweg um das Tal und seine Schönheit zu Fuss zu entdecken, der auch gut Etappenweise gemacht werden kann. Die wunderbaren Blumenwiesen, das Rauschen des Wassers, der schattenspendende Wald, die wärmenden Sonnenstrahlen und die Ziegen entlang des Wegs bringen uns weit weg von der Realität.

Diese holt uns jedoch spätestens wieder beim ersten Hungergefühl ein. Also machen wir bei einem gemütlichen Grotto Halt und stärken uns mit den klassischen Tessiner Gerichten: Tessinerplatte, Polenta mit Brasato und Risotto. Dazu natürlich ein feiner Merlot aus dem typischen Bocalino. Wie bereits gesagt, das Dessert sparen wir uns für später auf… Übrigens, die schwarzen Ziegen sind unter dem Namen «Capra Nera Verzsasca» bekannt und sind hier im Tal heimisch. Sie sind besonders resistent bei grossen Temperaturschwankungen was sie zur perfekten Rasse für das Verzascatal macht. Im Sommer ist es heiss und im Winter kann es doch ziemlich kalt werden.



Die meist fotografierte Brücke des Tals

Die Brücke in Lavertezzo wird wohl das meist fotografierte Sujet des Tals sein. Natürlich lassen auch wir uns das nicht entgehen, der Gang über die Ponte dei Salti (17. Jh.), die über das schon fast kitschig grüne Wasser führt. Wir nutzen die paar Minuten, in denen es nicht so viele Leute hat und machen auch ein paar Erinnerungsfotos.

Nichts für schwache Nerven

Wir sind nun in Vogorno angekommen, wo 1995 James Bond im Film GoldenEye den Staudamm runtergesprungen ist und uns unser langersehntes Dessert erwartet. Bereits beim näherkommen fangen die Hände an zu schwitzen und beim Blick runter wird es einem dann doch etwas komisch zumute.

Das flaue Gefühl wird nicht minder, wenn man die Leute hört, die beim Absprung laut rausschreien – ob Freudenschrei oder pure Angst sei dahingestellt. Auch wenn der Reiz gross ist 007 es gleich zu tun und sich die 220 Meter hohe Mauer in die Tiefe zu stürzen (gesichert!!), wir (also eigentlich ich) verzichten heute ausnahmsweise mal aufs Dessert. Auf dem Rückweg gibt’s dann aber doch noch ein feines Glacé zur Belohnung.

Der Transport

Die Anfahrt kann mit dem Auto oder dem Bus erfolgen. Wir empfehlen den Bus (wer im Hotel, Hostel oder auf dem Camping übernachtet hat das Ticino Ticket), da die Parkmöglichkeiten in der Hochsaison beschränkt sind und man später dem Auto nicht hinterherrennen muss, da die Touren nach Belieben von unten nach oben oder umgekehrt (wie in unserem Fall) gemacht werden können. Wer dennoch mit dem Auto kommt, kann für CHF 10.- eine Verzasca Parkingkarte lösen (Tageskarte).

Zum herunterladen

Suche auf ascona-locarno.com


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