Das Grotto als Ort der Zusammenkunft

Ins Grotto zu gehen ist wie bei den Grosseltern zu essen. Schöne Momente in netter Gesellschft mit traditionellen Speisen nach Grossmutter-Art zubereitet.

Ich bin im Tessin geboren und heisse Boccalin, rot und weiss trage ich Sprichwörter und Lobeshymnen an den Wein, so sagt ein berühmtes Lied. Der typische und pralle weisse Krug mit roten und blauen Streifen, aus dem man einen guten Tessiner Merlot schlürfen kann, ist ein Muss auf dem Tisch jedes Grottos.

Grotti sind typisch fürs Tessin. Früher wurden sie zur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln genutzt, weshalb sie sich auch meist versteckt im Schatten befinden, wo die Temperatur auch in den heissen Monaten angenehm kühl bleibt. Im Laufe der Zeit haben sie ihre ursprüngliche Funktion verloren und haben sich zu Lokalen mit charakteristischen Terrassen mit Bänken und Tischen aus Stein entwickelt wo in herzlicher familiärer Atmosphäre typische Gerichte der Tessiner Küche serviert werden. Das Grotto ist übrigens auch oft ein Treffpunkt der Einheimischen. Es ist üblich, dass man sich spontan im Grotto zu einem „Bianchino“ (ein Glas weisser Merlot) trifft. So kann es auch mal vorkommen, dass sich eine Partie Scopa (Kartenspiel) ergibt oder man sich Geschichten von früher erzählt (ob wirklich wahr oder nur Angebereien sei dahingestellt). Für gute Stimmung im Grotto sorgt die Musik. Meist sind es einheimische Stammgäste die auf einmal ihre Gitarre oder Handorgel unter dem Tisch hervornehmen und traditionelle Lumpenlieder zu singen beginnen. Wer bei „Aprite le porte“ oder „La bella polenta“ mitsingen kann ist herzlich dazu eingeladen sich aktiv an dieser fröhlichen Runde zu beteiligen.

Das Tessin ist reich an typischen Produkten: Risotto, Polenta, Minestrone (Suppe), Käse, Aufschnitt, Luganighetta (Grillschnecke), Gazzosa (Süssgetränk), Bier, Wein, Nussschnaps, Grappa…

Hier in Ascona-Locarno sind wir stolz darauf gleich zwei Slow Food Produkte zu haben: Cicitt, lange dünne Ziegenwürste aus dem Vallemaggia und die Farina Bóna, das geröstete Maismehl aus dem Onsernonetal. Hier findet man aber auch den einzigen zu 100% Schweizer Reis und den bekannten Vallemaggia Pfeffer.
Die Tessiner Küche hat ihre Wurzeln in der voralpinen Tradition, zeichnet sich aber durch Rezepte mit leckerem, einfachem Geschmack und die Verwendung lokaler Produkte aus. Die Rezepte werden von Generation zu Generation weitergegeben: Minestrone alla ticinese (Tessiner Suppe), Brennesselsuppe, Polenta mit Milch (mögen Kinder besonders gerne), Polenta mit Seeforelle, Polenta und Cicitt, Kutteln, Risotto und Luganighetta (Grillschnecke), Kaninchen, Amaretti und Torta di pane (Brotkuchen). Die Gastronomie zeigt sich im Herbst von ihrer besten Seite, wenn die Region voller Festivals und gastronomischer Feste ist.

Magst du die Tessiner Küche? Teile dein Lieblingsgericht mit #myasconalocarno.

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