Vogellehrpfad Segler

Locarno

Didaktischer Naturlehrpfad zur Biodiversität im Siedlungsraum

 

Der Seglerlehrpfad
Das Herz der Stadt Locarno beherbergt drei verschiedene Seglerarten, ein einzigartiges Ereignis für die Schweiz. Jeden Frühling kommen aus dem fernen West-, Ost- Zentral- und Südafrika hunderte von Segler her, um in Mauerhöhlen und Unterdächern des historischen Stadtkernes 2-3 Jungvögel aufzuziehen. Segler sind besonders Nistplatztreu, sie kehren ihr ganzes Leben zum Nest zurück und bessern es ständig aus, auch über mehr als 20 Jahre hinweg. Diese enge Beziehung zu Gebäuden gefährdet sie ganz besonders, und bringt eine grosse Verantwortung mit sich. Ihre Nistplätze hängen ganz von der Bautätigkeit des Menschen ab. Die Abwehr gegen Tauben und die modernen Baumassnahmen verhindern den Erhalt von bestehenden Brutkolonien. Dies führt zum Verlust zahlloser Nistplätze und hat einen starken Bestandsrückgang auf schweizerischer und europäischer Ebene zur Folge. Aus diesen Gründen sind alle drei Seglerarten auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvogelarten der Schweiz als gefährdet oder potenziell gefährdet aufgeführt. Sie sind kantonale und nationale Prioritätsarten für die Artenförderung.

Ein Naturlehrpfad inmitten lebendiger Geschichtsmonumente
Der Themenweg befindet sich im Herzstück der Altstadt und verbindet in wenigen Minuten zu Fuss wichtige von Seglerkolonien bewohnte historische Monumente. Die dort ansässigen Brutkolonien sind dank gezielten Fördermassnahmen erhalten worden. Der Rundgang ist mit 4 Erklärungstafeln ausgestattet und erlaubt einen spannenden Einblick in das Leben der verschiedenen Seglerarten und in die Fakten, die den Schutz dieser Arten erforderlich macht. Es handelt sich dabei um einzigartige Kolonien für die Stadt, die Region und die Schweiz. Die Kirche S. Antonio beherbergt die einzige Fahlseglerkolonie (Apus pallidus) der Schweiz. Ausserdem lebt dort mit über hundert Individuen die grösste Mauerseglerkolonie (Apus apus) der Stadt. Der Stadtturm, Wahrzeichen der Piazza Grande, beherbergt die grösste Alpenseglerkolonie (Apus melba) des Locarnese. Die Kirche S. Francesco mit ihrer Mauerseglerkolonie (Apus apus) bietet ein sehr schönes Beispiel einer nachhaltigen Fassadenrestaurierung.

Wann Segler beobachten?
Segler lieben die Nähe zu ihren Artgenossen. Sie brüten gern in grossen Kolonien und machen sich vor allem zwischen Juni und Juli durch Flugkünste und heitere Rufe um Brutkolonien bemerkbar. Um schöne Beobachtungen machen zu können, empfiehlt es sich vorzugsweise den Lehrpfad morgens zwischen 08.30 und 12.30 und abends zwischen 19.30 und 21.30 zu besuchen.

Was können wir tun?
• Seglernistplätze an Fachexperten melden
• Bestehende Brutstätten während Sanierungsarbeiten erhalten
• Zerstörte Nester durch andere artgerechte Nistplätze ersetzen
• Bestehende Kolonien mit Hilfe von Nisthilfen erweitern
• Neue Niststandorte in Neubauten vorsehenrschiedene Seglerarten

 

Video und Karte auf: www.aviurb.ch

 

Für weitere Informationen und Führungen:

Lidia Mermoud Jiménez
[email protected]
Tel. + 41 41 462 97 00

Schweizerische Vogelwarte
Seerose 1
CH-6204 Sempach

 

 

Fotografien: Bruno Sommerhalder

 

DIENSTLEISTUNGEN

  • Führungen

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