Ristorante La Froda

Foroglio

Die Osteria von Foroglio trägt den Namen des Wasserfalls: La Froda. Sie besteht seit 1928, als Leonardo Solaro, ein Professor aus Cavergno, beschloss, mit seiner Frau Cesarina ein Rustico in ein Restaurant umzubauen. Es war eine glänzende Intuition: Der Tourismus (damals noch der Elite vorbehalten) begann, auch „weit entfernte“ Orte, wie das Bavontatal zu entdecken, so dass 1932 sogar Leni Riefenstahl* nach Foroglio kam, um dort einen Teil des Films Das blaue Licht zu drehen.

Als die Truppe abgereist war, kehrte die Osteria zu ihrem ruhigen Leben zurück: Sie war für alle offen, die vor dem grossen Wasserfall vorbeigingen: Für Einheimische, die dort nach der Arbeit auf dem Feld ein Gläschen tranken, für Tessiner, die das Bavonatal wegen seiner unverfälschten Natur durchstreiften, für Touristen, die seine Schönheit suchten und den Spuren von Leni folgten. In der Zwischenzeit wechselten die Wirte – den Solaro folgten Fermo Tonini, dann Mario Lafranca, dann Franceso Rossi – und nahmen die Ereignisse ihren Lauf.

Die Erschütterung des Zweiten Weltkriegs erreichte indirekt auch das Bavonatal. Foroglio wurde zum Zentrum eines grossen Holzhandels, der das ganze Maggiatal einschloss: Die Mission lautete: Kohle vor Ort (in der Ebene von Ritorto) produzieren, oder die Stämme durch ein komplexen System von Seilbahnen nach Cavergno, und dann zur Eisenbahn, nach Bignasco befördern. Diese Arbeit in den Wäldern brachte Brot. Um die Osteria herum brodelte eine heute unvorstellbare Welt, die nicht nur aus Talbewohnern bestand, sondern auch aus polnischen Soldaten, die im Tessin interniert waren und sich als Holzfäller betätigten.

Nach dem Krieg kam es zu langsamen Veränderungen: Die Besonderheit des Tals und die verschieden gearteten Zeugnisse der Männer und Frauen, die dort während Jahrhunderten unter schwierigen Bedingungen gelebt hatten, weckten in Menschen aus der ganzen Welt das Interesse für das Bavonatal, dessen bedeutendster Ort Foroglio ist. Mit seinem an einen Stuntman erinnernden Wasserfall, der sich 110 Meter nach unten stürzt, dafür verdienten Applaus erhält, und dann sein schäumendes, noch bergkaltes Wasser, zum Meer weiterleitet. In jenen Jahren entwickelte sich, auch dank einer ersten Strasse bis Foroglio, ein weniger elitärer Tourismus: nicht für alle, aber auch nicht mehr nur für wenige.

Um sich dieser Veränderung anzupassen, musste auch die Osteria umgestaltet und vergrössert werden, damit sie die immer zahlreicheren Besucher empfangen konnte. Es war die Zeit (1954-58) des neuen Besitzers Domenico Robbiani, dem man im Wesentlichen die heutige räumliche Ausdehnung der Froda verdankt. 1959 ein erneuter Wechsel der Betreiber und Besitzer: Lidia und Nino Bertoli übernahmen die Froda, während zwei epochale Veränderungen eintraten, die auch eine grosse Chance boten: Die neue Strasse Cavergno-San Carlo (1962), die das Bavontal leicht erreichbar machte und die grossen Wasserkraftwerke (Sechzigerjahre), die das Schicksal des Tals für immer änderten: Erst wurde es brüsk in Kontakt zur Aussenwelt gesetzt und dann mit einer äusserst restriktiven Idee des Landschaftsschutzes konfrontiert (der heute gültige Zonenplan stammt aus dem Jahre 1985).

Lidia Bertoli blieb der Osteria 35 Jahre treu, während denen sie die verschiedenen Phasen des Tourismusbooms miterlebte. Seit 1995 sind Sara (Tochter von Lidia und Nino) und Martino Giovanettina** die neuen Betreiber und Besitzer, die gleich umfangreiche Umbauarbeiten in Angriff nehmen mussten. Zudem wurden sie mit dem rückläufigen Tourismus im Bavonatal konfrontiert, der im den letzten 15 Jahren um 30% abgenommen hat. Angesichts dieses negativen Phänomens, für das kein Ende abzusehen ist, gab es zwei Möglichkeiten: das Angebot vermindern und den Standard abbauen – oder – und dafür entschieden sich Sara und Martino –auf Qualität setzen: ‚einfache’ Küche, aber mit Niveau, Gastfreundschaft, kulturelle Initiativen (unter den Gästen waren Mario Rigoni Stern, Robert Schneider, Giorgio Orelli, Mario Botta, Alberto Nessi, Fredi Murer, Nanni Svampa).

Heute erfreut sich die Froda einer guten Gesundheit, hat für ihre Küche, die sich an der Essenstradition des Alpenraums inspiriert, verschiedene Auszeichnungen erhalten und ist weiterhin ein Beziehungspunkt für alle, die einen ganz besonderen Ort in den Bergen suchen.

In den vergangenen Jahren haben sich, neben den Angestellten, auch alle Mitglieder der Familie Giovanettina für die Osteria La Froda engagiert: Sara und Martino und ihre Kinder Niccolò*** (RA), Jacopo und Demetra, Studenten der Literatur-, bzw. der Rechtswissenschaft, die alle eine Leidenschaft für La Froda und für Foroglio haben. Auch für unsere Familie, wie für viele Gäste, ist La Froda nicht nur ein Restaurant, sondern etwas mehr. Ein Zeugnis. Deshalb sind wir hier, um mit Ihnen das Spektakel des Wasserfalls zu teilen, hier, wo alle Unterschiede, auch die nationalen und sprachlichen, dazu neigen sich abzuschwächen und zu vermischen. Eine Kontamination zwischen lokalen und universalen Elementen, ein Gemütszustand, der Teil dieses Ortes der Erholung und Begegnung geworden ist.

LOKALART

  • Grotto
  • Restaurant

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