Eine Gratwanderung für das Leben

Auf dem Gebirgskamm einmal rund um das Vallemaggia. Der Höhenweg „Via Alta Vallemaggia“ ist eine Reise in die Natur, aber auch zu sich selbst. 19 Etappen und 200 km (inkl. Trekking dei Laghetti) atemberaubende alpine Landschaft führen vom Lago Maggiore bis zuhinterst ins Tal und auf der anderen Seite wieder zum Taleingang. Ein Erlebnis für all jene, die auf der Suche nach einem Abenteuer oder einer neuen Erfahrung inmitten der Tessiner Bergwelt sind.

„Natur. Raum. Laufen - 3 banale Elemente mit magischen Kräften, die das Leben verlängern können. Diese drei Worte bringen das Erlebnis der Via Alta so ziemlich auf den Punkt. Ein Abenteuer, das einem an wunderschöne Plätzchen in unberührter Natur hoch oberhalb der Talsohle führt. Glasklare Bergseen, saftige Kräuter, Blumenwiesen, Geröllhalden, imposante Berglandschaften und gemütliche Hütten um die Nacht zu verbringen. Davon ist Matteo Zanoli überzeugt. Er ist Verantwortlicher der Wanderwege in der Destination Ascona-Locarno und Vizepräsident der Via Alta Vallemaggia. Eine sehr naturverbundene Person mit einer grossen Leidenschaft für die Bergwelt.

Im Jahr 2004 wurden aus dem Traum von einer Verbindung zwischen Cardada und Fusio das erste Mal Worte, und so wurde 2009 die über 50 km lange Via Alta Vallemaggia eröffnet und damit der erste Meilenstein gesetzt. Ein Höhenweg für begeisterte Berggänger und Naturliebhaber, zur Aufwertung der Alpen und deren Überreste, die mit viel harter Arbeit und Geschicklichkeit von unseren Vorfahren erschaffen wurden. Nach zwölf Jahren ist nun der Traum fertig realisiert, und mit der Eröffnung der Route zwischen Fusio und Ponte Brolla schliesst sich die Umrundung des Vallemaggia. Eine Realisierung die Stolz und Freude macht, wie Matteo sagt. Er war bei der „Vorpremiere“ dabei und begleitete die rund 20-köpfige Gruppe der TV-Dokumentation In cammino sul crinale (ausgestrahlt im Dezember 2020 auf RSI) auf der über 170 km langen Tour. Zwei Wochen Schweiss, Freundschaft und atemberaubende Natur. Das Programm vermittelt, wie aufregend es sein kann, diese Reise selber zu erleben.  Wer sich auf eine Reise auf die Via Alta wagt, der wird mit Erfahrungen fürs Leben bereichert. Die Schönheit und Vielfalt der Natur kompensieren die Strapazen und die Emotionen, wenn man seine Ängste oder Müdigkeit überwindet, werden zu Glücksgefühlen und lassen einem gewisse Dinge vielleicht in Zukunft aus einer neuen Perspektive sehen. Man muss die Natur beobachten und empfänglich für sie sein. 


Die Mühe, die man sich macht, wird immer reichlich belohnt, ein Naturgesetz in der Höhe.“ Die Via Alta Vallemaggia zeichnet sich nebst ihrer unbestrittenen Schönheit durch ihre Länge aus. Sie durchquert eine beeindruckende Vielfalt an Landschaften und verbindet alle angrenzenden Gebiete, die so viele Gemeinsamkeiten haben und doch so unwahrscheinlich unterschiedlich sind. Seenreiche Landschaften, karge oder vegetationsreiche Zonen, häufig frequentierte und extrem abgelegene Orte.

Es ist nicht jedermanns Sache zwei Wochen über ausgesetzte Gebirgskämme von Hütte zu Hütte zu wandern. Und trotzdem unterscheidet sich die Via Alta Vallemaggia von anderen Höhenwegen. Technisch anspruchsvolle Passagen sind mit Ketten gesichert, mit Tritten versehen und auf eine gute Markierung wird hohen Wert gelegt um die Tour für möglichst viele Personen zugänglich zu machen. Grundsätzlich können alle, die über eine entsprechende Vorbereitung verfügen und nicht unter Höhenangst leiden, eine oder mehrere Etappen wagen.“ Ein Grossteil der Route verläuft auf Wegen, die dem Zuständigkeitsbereich von Ascona-Locarno Tourismus unterliegt und daher von Matteos Crew gewartet werden. Ein wichtiges Thema, gerade in den Bergen, wo es viele Fremdeinflüsse gibt wie Wind, Gewitter oder Steinschläge, die Schaden anrichten können. Wie bei vielen anderen Projekten liegt die Herausforderung nicht so sehr in der Umsetzung, sondern in der Sicherstellung der Qualität im Laufe der Zeit. Dazu beitragen sollen auch Offerten, die sich an verschiedene Zielgruppen richten und diverse lokale Betriebe miteinbeziehen. In Planung ist auch eine Merchandising-Linie, bei der der Schwerpunkt auf der Nachhaltigkeit und Innovation liegt. Matteos Anforderungen die Zukunft sind also klar: Ich hoffe, dass dieses Projekt zu einem Modell für die Koexistenz von Mensch und Natur wird. Nur wenn wir die Natur kennen und respektieren, können wir eine Zukunft für die Menschheit auf diesem Planeten garantieren.“

Was in den Bergen jedoch neben dem Respekt gegenüber der Natur das höchste Gebot ist, ist die Kameradschaft. Wenn man offen für einen Schwatz ist, ergeben sich auf einer Wanderung oder grösseren Tour immer schöne und interessante Begegnungen. Ob man eine Tour alleine macht oder in Begleitung hängt jeweils von der Erfahrung ab die man machen möchte.

„Persönlich bevorzuge ich manchmal alleine loszuziehen, aber ich denke, dass das Teilen in den Bergen, wo der Mensch noch eine Rolle des Gastgebers hat, wesentlich ist. Durch die gegenseitige Unterstützung entstehen Freundschaften und man teilt mit Fremden magische Momente - das ist die Kraft der Berge.“ Doch eine Via Alta mit Freunden zu begehen und die Erlebnisse zu teilen, ist eine unbezahlbare Erfahrung und schweisst eine Freundschaft enorm zusammen. Nicht nur Freundschaft, auch Erlebnisse mit der Natur oder Momentaufnahmen die prägen. So hat für Matteo die erste Etappe der Via Alta eine ganz spezielle Bedeutung. Auf der Alpe Nimi hat er einen grossen Teil seiner Jugend verbracht. Emotionen, die jedes Mal hochkommen, wenn ich hierher zurückkehre. Ich fühle eine sehr starke Verbindung zu diesem Ort.Ausserdem findet er die Etappen an der Grenze zu Italien besonders reizvoll, wegen der Schönheit der Gegend und dem kulturellen Kontrast und der Herzlichkeit die man dort spürt. Ganz gleich wie viele Etappen eine Reise auf der Via Alta Vallemaggia beinhaltet und unabhängig von der Anzahl Personen die einem auf dieser Reise begleiten. Die Via Alta garantiert Emotionen und Momente, die das Leben prägen.

Warnung:

Schnee auf Bergwegen. Viele Gräben sind noch immer mit Restschnee bedeckt und werden wohl noch für lange Zeit bedeckt bleiben, was sie besonders am Morgen gefährlich macht, da sie gefroren sind.

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